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Elektrotechnik · Zählerschrank

Zählerschrank erneuern – Ablauf, Dauer, Kosten

Der Zählerschrank ist die Stelle, an der Photovoltaik, Wallbox und Wärmepumpe zusammenkommen. Ist er zu alt, geht keines davon – und deshalb ist er bei uns die erste Frage, nicht die letzte.

Warum ein alter Zählerschrank zum Problem wird

Ein Zählerschrank aus den Siebzigern war für eine Waschmaschine, einen Herd und ein paar Lampen ausgelegt. Er hat Schraubsicherungen, oft keinen Fehlerstromschutzschalter und praktisch keine Platzreserve. Was heute dazukommt, hat er nie gesehen: ein Zweirichtungszähler für die Photovoltaik, ein Energiemanager, Überspannungsschutz, eine eigene Absicherung für die Wallbox, eine weitere für die Wärmepumpe.

Dazu kommt der rechtliche Rahmen. Netzbetreiber verlangen für neue Anlagen einen Zählerplatz nach den aktuellen technischen Anschlussbedingungen und der VDE-Anwendungsregel 4100. Ein Bestandsschrank genießt Bestandsschutz, solange nichts verändert wird – sobald Sie ihn anfassen, gilt der aktuelle Stand.

Was dabei gemacht wird

  1. Besichtigung: Zustand, Platz, Lage, Zuleitung und was künftig dazukommen soll.
  2. Festpreisangebot und Abstimmung des Termins mit dem Netzbetreiber.
  3. Freischaltung, Plombe ziehen, alten Schrank demontieren.
  4. Neuen Zählerplatz setzen: Hauptleitungsabzweigklemme, Zählerfeld, Verteilerfeld mit FI- und Leitungsschutzschaltern, Überspannungsschutz, Multimediafeld.
  5. Bestehende Stromkreise auflegen, beschriften und dokumentieren.
  6. Messung, Prüfprotokoll, Wiederinbetriebsetzung durch den Netzbetreiber.
Neu aufgebaute Unterverteilung mit Überspannungsschutz und Energiezähler

Gleich mitmachen, was ohnehin kommt

Der Schrank ist einmal offen, der Netzbetreiber einmal da, die Plombe einmal gezogen. Alles, was Sie in den nächsten zehn Jahren vorhaben, gehört in diesen einen Termin – nachträglich kostet jeder Schritt wieder Anfahrt, Abstimmung und Ausfallzeit.

  • Reserveplätze für Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement
  • Absicherung und Zuleitung für eine Wallbox – auch wenn das Auto erst später kommt
  • Vorbereitung für eine Wärmepumpe, inklusive Steuerleitung für die Netzsteuerung
  • Überspannungsschutz Typ 1 und 2 – bei einer PV-Anlage ohnehin vorgeschrieben
  • Ein Multimediafeld für Netzwerk und Zählerfernauslesung

Faustregel aus der Praxis: Rechnen Sie mindestens ein Drittel des Verteilerfelds als Reserve ein. Ein voll belegter neuer Schrank ist in fünf Jahren wieder ein Problem.

Und wenn es doch reicht?

Das kommt vor, vor allem bei Häusern ab Baujahr 2000. Dann sagen wir das – und bauen nur die fehlende Absicherung ein. Wir haben kein Interesse daran, Ihnen einen Schrank zu verkaufen, den Sie nicht brauchen; die Photovoltaikanlage bauen wir auch so.

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Häufige Fragen

Fragen zum Zählerschrank

Woran erkenne ich, dass mein Zählerschrank zu alt ist?

Typische Zeichen: ein schwarzer Drehstromzähler mit sichtbarer Scheibe, Schraubsicherungen statt Automaten, kein FI-Schutzschalter, ein Schrank aus Holz oder Blech ohne Berührungsschutz, oder schlicht kein freier Platz mehr. Wenn Sie den Zähler nicht ablesen können, ohne einen Deckel abzuschrauben, ist es sehr wahrscheinlich Zeit.

Was kostet die Erneuerung?

Bei einem Einfamilienhaus liegen die Kosten für einen normgerechten neuen Zählerplatz mit Hauptleitungsabzweigklemme, Zählerfeld, Verteilerfeld und Multimediafeld erfahrungsgemäß im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Entscheidend sind die Zahl der Zählerplätze, die Lage im Haus und ob die Zuleitung des Netzbetreibers mit angepasst werden muss. Nach der Besichtigung bekommen Sie einen Festpreis.

Wie lange bin ich ohne Strom?

Der Tausch selbst dauert meist einen Tag. Stromlos ist das Haus dabei einige Stunden, weil der Netzbetreiber die Plombe zieht und den Hausanschluss freischaltet. Wir stimmen den Termin vorher mit dem Netzbetreiber ab, sodass Sie den Tag planen können. Kühlgeräte halten diese Zeit problemlos durch.

Muss ich das machen, wenn ich eine PV-Anlage will?

In sehr vielen Fällen ja. Für die Photovoltaik braucht es einen Zweirichtungszähler und Platz für Überspannungsschutz und Messtechnik. Kommt noch eine Wallbox oder eine Wärmepumpe dazu, ist ein alter Schrank fast nie ausreichend. Wir prüfen das vor dem PV-Angebot und weisen die Kosten getrennt aus, statt sie zu verstecken.

Wer meldet den Tausch beim Netzbetreiber an?

Wir. Als eingetragener Installationsbetrieb reichen wir die Inbetriebsetzungsanzeige beim zuständigen Netzbetreiber ein, stimmen den Termin für das Ziehen und Setzen der Plomben ab und übergeben Ihnen anschließend die Dokumentation.

Zählerschrank prüfen lassen

Schicken Sie uns ein Foto Ihres geöffneten Zählerschranks – oft können wir schon daran erkennen, ob ein Tausch nötig ist.